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Wichtige Erkenntnisse zu DIN-Normen

Die DIN EN 1090 nur für tragende Bauteile. Die vom Dachdecker selbst hergestellten Bauteile wie z.B. Mauerabdeckungen oder Schaare für die Verwendung als Stehfalzdeckung sind somit von der Norm nicht erfasst.

Bei allem Verständnis für den Kampf um Marktanteile: Ein seriöser Hersteller sollte nicht mit Halbwahrheiten argumentieren.

Bezüglich der Kennzeichnung von Bauprodukten ist am Beispiel von Rinneisen folgendes zu sagen: Die DIN 18299 „Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten aller Art“ bestimmt in Ziff. 2.3.2 „Stoffe und Bauteile, für die DIN-Normen bestehen, müssen den DIN Güte- und Maßbestimmungen entsprechen.“

Die Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk Anhang II Technische Hinweise führt aus, das für Dachrinnenhalter die DIN EN 1462 besteht. Die DIN EN definiert:

  • die Werkstoffzuordnung
  • die Klassen der Tragfähigkeit
  • die Nenngrößen
  • den Korrosionswiderstand

Die DIN EN bestimmt die Kennzeichnung. Diese muss mindestens enthalten:

  • Name oder Zeichen des Herstellers
  • Tragfähigkeitsklasse
  • Klasse des Korrosionswiderstandes
  • Buchstabe, der die Eignung für eine Schraubbefestigung angibt
  • Werkstoff des Rinnenhalters

Es sollte auf der Verpackung angegeben sein, für welche Rinne der Halter bestimmt ist. Ein Rinnenhalter, der dieser Kennzeichnung nicht entspricht, entspricht auch nicht den anerkannten Regeln der Technik. Sein Einbau wäre rechtlich nur abgesichert, wenn der Dachdecker darüber mit dem Bauherrn eine besondere vertragliche Vereinbarung getroffen hat. Aber, welcher Bauherr macht das mit?

Der Dachdecker ist Kaufmann. Ihn trifft die Pflicht, eine erhaltende Ware unverzüglich auf Mängel (hier mangelnde Kennzeichnung) zu prüfen und diese Mängel zu rügen § 377 HGB. Unterlässt er diese Rüge, gilt die Ware als genehmigt! Da die meisten Bauprodukte auf die Baustelle angeliefert werden, der Unternehmer sie häufig selbst nicht prüfen kann, empfiehlt es sich, Vorarbeiter/Altgesellen entsprechend zu schulen, damit sie wissen, worauf sie achten müssen.

2017  Dachdecker-Innung Bremen