Die Wetterprognosen für Freitag, den 9. Januar 2026 ließen böses erahnen. Doch aller Vorhersagen wie Schneewehen, Sturm und Glatteis zum Trotz, ließ die Dachdecker-Innung Bremen sich ihren traditionellen Jahresauftakt nicht nehmen. Nur ein paar Vorsichtige hatten abgesagt und einige schafften die Anfahrt zum Treffpunkt nicht, da öffentliche Verkehrsmittel fast ausnahmslos pausierten.
So konnte Obermeister Sascha Apel am Treffpunkt in Achim noch über 40 Teilnehmende begrüßen, die sich umso herzlicher begrüßten und sich sogleich zum „harten Kern“ der Innung Bremen zählten. Nach stimmungsvollem Boxenstopp am „DHG-Wagen“ machten sich die Handwerker und Freunde aus Industrie und Handel auf den Weg zum Gasthaus „Meier-Bierden“ am Rande von Achim. Entgegen aller Warnungen zeigte sich sogar die Sonne und alle sprachen von „bestem Wetter für eine Kohltour“.
In den gemütlichen Räumen mundeten Speis und Trank dann umso mehr. Wie immer gab es viel zu besprechen, die Würfel fallen zu lassen, die Spielkarten zu mischen, miteinander zu kegeln oder einfach nur die gemütliche Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Die Kohlkönigfindungskommission hatte sich intensive Gedanken um den neuen Kohlkönig gemacht. Die Wahl fiel auf ein langjähriges Innungsmitglied aus traditionsreicher Dachdeckerfamilie in Bremen-Oberneuland. Dachdeckermeister Stefan Howald erhielt die Königskette und bedankte sich herzlich für diese Würdigung, das Vertrauen und besondere Ehrung. Gleichzeitig gab er kund, genau vor 30 Jahren am selben Ort seine Hochzeit gefeiert zu haben. Für 2026 wird nun sein Name die lange Bütten-Liste der Kohlkönige ergänzen, deren erster Würdenträger dort vor 70 Jahren, in 1956 aufgeführt ist.
Ganz vorne mit dabei sein, hieß es für den neu gestalteten Festwagen der Dachdecker-Innung Bremen beim aktuellen Freimarktumzug. Zur traditionellen „5. Bremer Jahreszeit“ wurden über 30 Dachdeckerinnen und Dachdecker von über 100.000 Besuchern auf den Bremer Straßen mit Applaus begrüßt.
Auch 2025 zeigten die zünftig gekleideten „Dachdecker mit Herz“ wieder einen Teil ihres Leistungsspektrums, verteilten Bonbons, Informationen über den Berufsstand und die heiß begehrten Lebkuchenherzen. Mit einem Gründach versehen, transportierte der von Innungsmitgliedern geschmückte LKW „Big Wood“ der DEX eG, Weyhe die Handwerker und Freunde der Innung sicher durch die Zuschauermenge.
Bremen, 28. August 2025 „Ein Hoch auf uns! Auf dieses Leben. Auf den Moment, der immer bleibt…“ Treffender als Andreas Bourani es singt, ist dieser Augenblick nicht zu beschreiben, wenn 19 in Zunft gekleidete Junggesellinnen und Junggesellinnen den Kaminsaal des Bremer Rathauses betreten. Stolz und Erleichterung waren an Augen und Lippen abzulesen. Und das nicht nur bei den jungen Leuten, um die sich die Veranstaltung dreht - nein, den Eltern, Großeltern, Freundinnen und Freunden ging es offensichtlich genauso.
Kai Stührenberg überbrachte in seiner Funktion als Staatsrat die Glückwünsche des Bremer Senats. Er begrüßte die jungen Handwerkerinnen und Handwerker sowie ihre Begleitungen sehr herzlich und sprach ihnen seine Anerkennung für den erfolgreichen Abschluss aus. „Sie haben Großes geleistet“, so Stührenberg. Die Ausbildung sei vielseitig und damit anspruchsvoll, doch das Dachdeckerhandwerk sei ein wichtiger Partner, nicht zuletzt auch für die Energiewende und den Klimaschutz.
Sascha Apel, Obermeister der Dachdecker-Innung Bremen, erinnerte in seiner Rede noch einmal an die zurückliegenden drei Ausbildungsjahre. „Ihr habt drei Jahre lang gelernt, geschleppt, gehammert und geschweißt – mit Leidenschaft, mit Hingabe, aber auch mit Frust und Muskelkater.“ Er forderte die Junggesellen und Junggesellinnen auf, neugierig, handfest und auf dem Dach zu bleiben.
Neben den Absolventinnen und Absolventen galt sein Dank auch den vielen, die im Hintergrund zum Gelingen der Ausbildung beigetragen haben: den Prüfungsausschüssen, den Lehrkräften, den Ausbildungsstätten und den Ausbildungsbetrieben da, so Apel, diese oft zu wenig gelobt werden.
Der Höhepunkt war jedoch der eigentliche Akt der Freisprechung– denn erst mit dem dritten Hammerschlag auf die Dachdeckerlade von Lehrlingswart Andreas Nowotnik erfolgt die Erhebung in den Gesellenstand. Das auch sie an der traditionellen Freisprechung der Dachdecker-Innung Bremen teilnehmen konnten und ihren Gesellenbrief feierlich überreicht bekamen, darüber freuten sich die neuen Gesellen einiger nicht der Innung angehörigen Betriebe.
Für die beste Prüfung erhielt Michelle Dietrich von der Firma Schmidt einen Schieferhammer. Einen solchen bekam Jan Hendrik Harpers von der Firma Haarde für das beste Berichtsheft.
Im Anschluss an die Freisprechung durften, was nur wenige Besucher dürfen, die neuen Gesellen und Gesellinnen zusammen mit ihren Begleitungen auf den Dachboden des Rathauses. Dort konnten sie die Konstruktion des Dachstuhls bestaunen.
Auch kulinarisch wurde nicht gespart: Das anschließende Grillbuffet im Atlantic Grand Hotel ließ keine Wünsche offen.
Die freigesprochenen Gesellen: